Schmerzmittel – ehrlich eingeordnet: die Alltagsmedikamente, die still Schaden anrichten

Schmerzmittel gehören zu den meistgenutzten Medikamenten der Welt – und werden gleichzeitig am häufigsten falsch eingeschätzt. Ehrlich eingeordnet: Opioide sind bei den meisten chronischen Schmerzen nicht wirksamer als Nicht-Opioide, aber deutlich riskanter. Ibuprofen und Paracetamol sind im Alltag durchaus nützlich, aber nicht harmlos. Und die grössten Fortschritte bei langanhaltenden Schmerzen kommen meist nicht aus der Pillendose. Hier erfährst du, wo welches Mittel hilft – und wo es schadet.

Drei sehr unterschiedliche Medikamente unter dem Begriff «Schmerzmittel»

Der Begriff fasst Medikamente zusammen, die völlig unterschiedlich wirken und ganz verschiedene Risiken mit sich bringen. NSAIDs (Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac) hemmen Entzündungen, belasten aber Magen, Nieren und Herz. Paracetamol (Acetaminophen) ist magenverträglich, bei Überdosierung jedoch lebertoxisch. Opioide (Codein, Tramadol, Oxycodon, Morphin) wirken stark bei kurzen, heftigen Schmerzen, können aber Toleranz, Abhängigkeit und Überdosierung verursachen.

Das richtige Mittel für die jeweilige Situation zu wählen – und zu wissen, was jedes Medikament sicher leisten kann – ist wichtiger als die Wirkstärke auf der Packung.

Was die Studienlage tatsächlich zeigt

Manches davon stellt gängige Annahmen auf den Kopf.

Missbrauchsmuster, die zu Schäden führen

Was bei anhaltenden Schmerzen wirklich hilft

In der Regel keine stärkere Pille.

Was wir noch nicht wissen

Die wichtigsten Erkenntnisse für den Alltag

Bei gelegentlichen Schmerzen sind Paracetamol in der richtigen Dosis sowie kurzzeitig angewendete oder topische NSAIDs die sinnvolle erste Wahl. Wichtig: Alle Produkte, die Paracetamol enthalten, zusammenzählen, um eine Überdosierung zu vermeiden. Bei regelmässiger NSAID-Einnahme ist Vorsicht geboten, wenn du älter bist oder Herz- bzw. Nierenprobleme hast. Opioide sind kurzfristige Mittel für einen bestimmten Zweck – kein Konzept für die Langzeitbehandlung chronischer Schmerzen.

Suche eine medizinische Fachperson auf, wenn deine Schmerzen stark oder anhaltend sind oder mit Warnsignalen einhergehen (unerklärlicher Gewichtsverlust, Fieber, Schwäche oder Taubheitsgefühle, Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle, Schmerzen nach einer schweren Verletzung). Bei chronischen Schmerzen frage gezielt nach Bewegung, Physiotherapie und nicht-medikamentösen Optionen – nicht nur nach einem stärkeren Medikament.

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